JohanniterturmDer Johanniterturm
ist der letzte verbliebene Rest der achtältesten Johanniterkomturei
Deutschlands. Der Turm wurde 1491/92 nachträglich angebaut an das
damals noch vorhandene romanische Kirchenschiff der Johanniterkirche.
Noch heute ist der frühere Dachgiebel als Mörtelrest am Turm
erkennbar. Die Kirche wurde erstmals 1187 in einer Schenkungsurkunde
des Grafen Berthold von Nidda an die Johanniter erwähnt. Das
Gotteshaus war wahrscheinlich eine romanische Pfeilerbasilika mit
einem Mittelschiff, zwei Seitenschiffen und fünf Altären. Bis heute
hängen im Johanniterturm drei Glocken, die zu den ältesten und
schönsten Geläuten Hessens zählen (gegossen 1519, 1572 und 1625).
Foto:
Foto Müller, Nidda
Foto aus: Kunstführer Nr. 2336 - Evang.-luth.
Stadtkirche Zum Heiligen Geist NIDDA - Verlag Schnell & Steiner, Regensburg
Älteste Hessische
Saalkirche "Zum Heiligen Geist"
Erbaut 1615-18 im
Renaissance-Stil. Eine Besonderheit stellt unter anderem das Kruzifix aus dem 17.
Jahrhundert dar, nicht zuletzt deshalb, weil es die Inschrift INRI auf lateinisch,
griechisch und hebräisch trägt.
Schloss Nidda
Auf
den Fundamenten der alten Wasserburg der Grafen Berthold von Nidda
(Regierungszeit ca. 1104 – 1200) wurde im ausgehenden 16. Jh. ein
Renaissance-Schloss erbaut. Ursprünglich diente die Wasserburg als
Straßensicherungsburg der Staufer. Nachdem Grafen Bertold von
Nidda (Gefolgsmann Kaiser Barbarossas) ohne männliche Nachkommen
blieben, erbten die Grafen von Ziegenhain Burg und Grafschaft. Von ca.
1200 – 1450 blieb sie in deren Besitz, dann ging die Burg in den
Besitz der Landgrafen von Hessen – Marburg, später von Hessen –
Darmstadt über. In der Renaissancezeit um 1600 wurde sie, ehemals
noch von einem Wassergraben umgeben, umgebaut und diente als Sitz der
Amtmänner, die von den Landgrafen von Hessen – Darmstadt zur
Verwaltung eingesetzt wurden, darunter so verdiente Amtsträger wie
Roland Krug, Reinhard Abell (Stifter des ehem. Armenhauses und
Hospitals, heute ev. Gemeindebüro) Amtmann Arnold Schwartz (Stifter
der Kanzel in der ev. Saalkirche). Später diente das Schloss als
Amtsgebäude des Regierungsbezirkes und Kreises Nidda, seit dessen
Auflösung 1874 beherbergt es das Amtsgericht. 1907/08 kam ein Anbau
mit Durchfahrt zum Schlosshof hinzu.
Marktplatz mit
Marktbrunnen
Der im Mittelpunkt des Marktplatzes stehende Marktbrunnen wurde im
Jahre 1650 mit einem neuen Aufsatz aus rotem Sandstein versehen, der das damalige
Niddaer Stadtwappen trägt mit dem achtstrahligen Stern der Grafen von Nidda, den damals
noch vorhandenen beiden Stadttoren und dem Schloß. Folgender Spruch ziert den Brunnen:
Ich steh allhier auff offenem Marck, Geb hin mein Wahr ohne Gelt, Wer Lust hat trinck wans
ihm gefelt, Ob ich schon werde gering geacht, So steht doch meine Kraft in Gottes Macht
Welcher seine Brünlein lest fliesen, Die der Arm sowohl als der Reiche hat zu geniesen
Heimatmuseum - ehemaliges
Stadtwirtshaus "Hotel zum Stern"
Eines der imposantesten
Bauwerke am Marktplatz ist das 1632 von Baumeister Otterbein erbaute ehemalige
Stadtwirtshaus "Hotel zum Stern". Direkt daneben befindet sich das frühere
Rathaus, erbaut 1811 im klassizistischen Baustil. Viele Jahre dienten diese beiden
Häuser als Stadtverwaltung, bis Anfang der 80er Jahre das neue Rathaus in der
Schloßgasse fertiggestellt war.