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Interkommunaler Gewerbepark

Interkommunaler Gewerbepark Oberhessen

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 29. September 2020 in ihrer Sitzung beschlossen, den Bebauungsplan  „Interkommunaler Gewerbepark Oberhessen“ in der Gemarkung Borsdorf aufzustellen.

Das erklärte Ziel zur interkommunalen Entwicklung und Zusammenarbeit auf Initiative der Stadt Nidda entspricht den landesplanerischen Grundsätzen einer zukunftsorientierten Planung. Dies gilt im Besonderen für das interkommunale Zusammenwirken im ländlichen Raum.

Die Interkommunale Zusammenarbeit ist für diesen Standort keine formale Forderung des Regionalplans Südhessen und keine Auflage im Flächennutzungsplan der Stadt Nidda, so dass das Aufstellungsverfahren des Bebauungsplans in der alleinigen Hoheit der Stadt Nidda durchgeführt wird. Eine interkommunale Abstimmung über planerische Inhalte wird jedoch in allen Planungsphasen durchgeführt.

Die zentrale Planung eines großflächigen zusammenhängenden Gewerbeparks mit Exzellenzwirkung schont Flächenressourcen. Die Eigenentwicklung in den Gemeindegebieten der Partnerkommunen ist im Rahmen der Ausübung der Planungshoheit möglich.

Die Planung des interkommunalen Gewerbeparks Oberhessen (IGPO) soll nach den Grundsätzen der nachhaltigen nationalen Stadtentwicklung geschehen. Diese Grundsätze geben dem IGPO zukünftig ein Alleinstellungsmerkmal. Dies qualifiziert das Standortmarketing und befördert die Vermarktung.

 Bei der Planung sind Nachhaltigkeitsgesichtspunkte besonders zu beachten. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ bezieht sich auf den Grundgedanken der Brundtland-Kommission, in dem die Notwendigkeit des Zusammenspiels aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem verankert ist.

Um die Nachhaltigkeit des Gewerbeparks zu gewährleisten, sind deshalb bereits auf Bebauungsplanebene geeignete zeichnerische und textliche Festsetzungen zu treffen. Ebenso ist die Begründung in Bezug auf die nachhaltig zu beplanenden städtebaulichen Handlungsfelder mit strategischen Maßnahmenempfehlungen zu verfassen. Deren Umsetzung und Detaillierung sind späterhin bei der Vermarktung der Baugrundstücke auf vertraglicher Basis zu regeln (z.B. Anschlusszwang bei Nahwärmeversorgung oder Brauchwasserkreislauf).

 Hinsichtlich der stadtklimatischen Anforderungen ist die Minimierung der CO 2-Emissionen ein wesentliches Ziel: Fuß- und Radwegeverbindungen zu ÖPNV-Haltepunkten sollen zu einer Reduzierung des Individualverkehrs beitragen. Eine zentrale Parkstation für alle Beschäftigte soll zudem zu einer effizienten Flächennutzung und somit Minimierung des Bodenverbrauchs führen.

Ein nachhaltiges Wassermanagement und die Minimierung der Flächenversiegelung soll durch angepasste Festsetzungen die Ressource Wassernutzung reflektieren (Die Schaffung von Regenrückhaltung verbessert ergänzend zu grünordnerischen Bepflanzungsmaßnahmen die luftklimatischen Verhältnisse; die Entwässerungsanlagen werden in angepasster Dimension gebaut werden können; begrünte Dachkonstruktionen minimieren  einen überstarken Regenwasserabfluss).

Die Schaffung von Aufenthaltsqualitäten und die Regelung der Gebietsversorgung fokussiert die Dimension Soziales im Nachhaltigkeitsanspruch der Gebietsplanung (attraktive Grünanlagen sowie gastronomische Angebote für Arbeitspausen).

Für das Handlungsfeld Energie ist eine gebietsbezogene Energieeffizienznutzung  zu beachten. Mit der Flächenfestsetzung für eine zentrale Energieversorgungsanlage nach der Entwicklung eines für Gewerbenutzung passenden Nahwärmesystems (ressourcenschonende Energieversorgung) kann hier ein quartiersbezogener, umweltschonender Beitrag geleistet werden. Festsetzungen für die gebäudetechnischen baulichen Ausführungen mit Nachhaltigkeitsbezug sollen ebenso zulässig sein ( z.B. Klimafassade).

Im Handlungsfeld Mobilität sollen die Festsetzungen am Konzept der Nahmobilität Hessen ausgerichtet werden. Erfahrungen und aktuelle Nahmobilitätskonzepte von Partnerkommunen können genutzt werden (z.B. Stadt Ortenberg).