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interkommunaler gewerbepark oberhessen

IGPO Zweckverband gegründet

Vertreter aller sechs beteiligten Kommunen haben offiziell einen Zweckverband gegründet – die Genehmigung der Zweckverbandssatzung wurde von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid noch im August 2022 erteilt. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, um das Projekt zum Erfolg zu führen, sagte Niddas Bürgermeister Thorsten Eberhard.

Aus allen fünf Nachbarkommunen - neben Nidda sind das Echzell, Gedern, Hungen, Ortenberg und Schotten - waren die Bürgermeisterinnen und Ersten Stadträtinnen bzw. Beigeordnete angereist, um den Vertrag zu unterschreiben. Sie alle sind sich sicher, mit dem „Interkommunalen Gewerbepark Oberhessen“ (IGPO) einen Zukunftsstandort in sehr guter regionaler Lage sowie ein hessenweit einzigartiges Modellvorhaben zu verwirklichen.

Ziel der beteiligten Kommunen sei es, den regionalen Wirtschaftsraum nachhaltig weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu stärken. Mit dem Projekt sollen qualifizierte Arbeitsplätze in der Region entstehen, nicht zuletzt durch den Ausbau der betrieblichen sowie der wissenschaftlichen Ausbildung. Zudem sollen durch die Zusammenarbeit möglichst wenige wertvolle Flächen verbraucht werden.

Ein besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen auf die ökologische und energieeffiziente Bauweise der dort entstehenden Gebäude. Entsprechend wurden Leitlinien für die Vergabe der Grundstücke erarbeitet. Denn nicht zuletzt gelte der Anspruch, Unternehmen mit moderner, klimafreundlicher, energieeffizienter, CO²-reduzierter und nachhaltiger Perspektive anzusiedeln. Dafür wurde eigens ein Punkte-Programm entwickelt, das besonderes Augenmerk auf genau jene Kriterien legt, aber auch beispielsweise die Zahl der Ausbildungsplätze berücksichtigt. Wer mehr Ausbildungsplätze anbietet, bekommt entsprechend mehr Punkte als ein Unternehmen, das nicht ausbildet. Damit können auch soziale Kriterien berücksichtigt werden.   

Darüber hinaus sollen sowohl die Grundstücke als auch die Gebäude begrünt werden. Das fördere entscheidend die Aufenthaltsqualität auf dem Firmengelände - ein zentrales Kriterium der Ausschreibung. Durch solares Bauen werden außerdem die natürlichen Energieressourcen des Standortes insbesondere in Form der Sonnenenergie genutzt, so der Plan. Ein ganzheitlicher Bauplanungsansatz – von der Gebäudegeometrie, über die benutzten Baustoffe und Materialien bis hin zu energieeffizienten Technologien  –  bilden das Grundgefüge des Gewerbeparks im Zeichen von „grün statt grau“. Es geht um Gebäude, die an sich ein Medium für Energiegewinnung und -speicherung darstellen.

Im nächsten Schritt sollen die Erschließungsarbeiten für das Gelände organisiert werden. Dafür müssen nun die entsprechenden Firmen beauftragt werden. Einstweilen müssen die Kommunen in finanzielle Vorleistung treten, um die Arbeit aufnehmen zu können.

Derzeit laufen die Vorbereitungen und Gespräche mit entsprechenden Fördermittelgebern. Wenn es nach dem Willen der Verantwortlichen geht, soll das Projekt zu einem Teil aus Mitteln der Europäischen Kommission und zu einem Teil aus Landesmitteln gefördert werden. Voraussichtlich Ende März 2023 soll es dann einen Satzungsbeschluss für das Gebiet geben, so dass der Bebauungsplan in Kraft treten kann. Anschließend können sowohl die Erschließungsarbeiten als auch die Vermarktung der Flächen starten. Vermutlich kann das Projekt in drei Bauabschnitten verwirklicht werden. Jedes Jahr soll ein Bauabschnitt fertiggestellt werden.  

Wenn alles wie geplant läuft, könnten 2024 die ersten Gebäude im Interkommunalen Gebewerbepark in Nidda-Borsdorf gebaut werden.