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Stadt Nidda erhält 100.000 Euro aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ für CoWorking-Experiment 

Die Stadt Nidda gehörte mit dem experimentellen Projekt „Pop-up CoWorking-Space für das Alte Kino“ zu dem Bewerberkreis aus 97 Kommunen und kann sich nun mit 40 weiteren Kommunen über die erfolgreiche Bewerbung freuen. Am 25.07.2022 konnte Fachdienstleiter Pablo Hildebrandt im Rahmen der Preisverleihung die von dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir überreichte Gewinnerurkunde über 100.000 € für das Projekt entgegennehmen. 

Bereits im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept – ISEK – im Rahmen der Städtebaufördermaßnahme „Lebendige Zentren“ der Stadt Nidda ist die Wiedernutzung der seit 2011 weitgehend leerstehenden Immobilie durch eine kulturelle Einrichtung benannt. Ein interkultureller und intergenerationeller Begegnungsraum, der als ein sinnbildlicher Marktplatz zum Vernetzen, Informieren, Beraten und Verweilen einlädt soll perspektivisch hier entstehen.

 Nicht nur durch die Corona-Beschränkungen war eine Umsetzung des am 30.06.2020 gefassten Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung bisher nicht möglich: es war auch schwierig ein Betriebsmodell dieser interkulturellen Begegnungsstätte zu finden, dass sich wirtschaftlich tragen kann. Nach intensiver Beratung mit der Wirtschaftsförderung Wetteraukreis war die Idee geboren, sich mit dem Experiment, ein CoWorking-Angebot mit flexibel nutzbaren Arbeitsplätzen für verschiedene Zielgruppen zu erproben. Das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ kam hierfür genau zur rechten Zeit.

Angesprochen werden sowohl Freiberufler, Pendler, als auch Gründer, Angestellte im Homeoffice und junge Eltern, die den Austausch in einer Co-Working-Gemeinschaft suchen. Netzwerk-veranstaltungen, berufliche Fortbildungen, Coachings und ähnliches sollen zusätzlich die Entstehung einer Gemeinschaft fördern. Auch in Kombination mit kulturellen Angeboten besteht damit das Potenzial, das „Alte Kino“ zu einem atmosphärischen und inspirierenden Raum für CoWorking, Meetings und Veranstaltungen regionaler Unternehmen oder eine lebendige Gründerszene zu qualifizieren.  

Im Rahmen der Entwicklung eines nachhaltigen und ganzheitlichen Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzeptes zur Revitalisierung des Alten Kinos als Kulturstätte könnte ein CoWorking-Angebot das bislang anvisierte Nutzungsspektrum eines interkulturellen Begegnungsraumes sinnvoll ergänzen und zu einer Stärkung der innerörtlichen Funktionsvielfalt mit Ausstrahlwirkung auf die Region beitragen.

Für die Umsetzung konnte die Firma CoWorkLand eG aus Kiel gewonnen werden, die sich auf CoWorking in ländlichen Regionen spezialisiert hat. Unter Beteiligung der Bürger und potentieller Nutzer wird zunächst anhand einer Bedarfs- und Potentialanalyse ein individuelles Konzept erarbeitet. Dieses Konzept bildet die Grundlage für die 3-monatige kostenlose Test-Phase, in der Interessierte das CoWorking-Angebot ausprobieren können. Die Ergebnisse dieser Pop-up-Phase werden die Frage klären, für welche dieser verschiedenen möglichen Formen modernen Arbeitens es bereits einen Bedarf in der Region gibt oder sich wecken lässt.

Ob sich die Idee, in den Räumen des ehemaligen Kinogebäudes einen Co-Working-Space zu errichten, in ein tragfähiges Geschäftsmodell umsetzen lässt, wird sich im Verlauf und in der Nachbetrachtung des Testzeitraumes zeigen. Im günstigsten Fall könnte sich das Pop-Up-CoWorking-Experiment als Initialzündung für die angestrebte Revitalisierung des Alten Kinos erweisen und sogar das benötigte Unternehmen hierfür gründen.