Pistorius-Rose
Endlich zu erwerben: die einzigartige Margaretha-Pistorius-Rose
Nidda würdigt seit Kurzem einen seiner bedeutendsten Bürger: dem Reformer Johannes Pistorius. Bereits im vergangenen Herbst wurde ihm zu Ehren der Pistorius-Apfelbaum vorgestellt. Nun folgt eine besondere Ehrung für seine Frau Margaretha: die neue Margaretha-Pistorius-Rose.

Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Rose entstand durch einen glücklichen Zufall. Beate Schönert kam mit dem Steinfurther Bioland-Rosenzüchter Werner Ruf ins Gespräch – und schnell nahm die Vision einer eigenen Rose für Margaretha Pistorius Gestalt an.
Werner Ruf züchtete eigens eine Rugosarose, die perfekt zu ihrer Namensgeberin passt: wunderschön, lieblich duftend, zugleich robust und nachhaltig. Besonders ihre großen Hagebutten machen sie auch für die Küche interessant.
Als Schlosseigentümerin Frau Dr. Nicole Friedersdorf von dem Projekt hörte, war sie sofort begeistert. Die Rosenliebhaberin erklärte sich spontan bereit, die Patenschaft für die Rosentaufe zu Ehren Margarethas zu übernehmen.

Die feierliche Pflanzentaufe – und der Verkaufsstart – der Margaretha-Pistorius-Rose finden am Pfingstsonntag, dem 24. Mai, um 17 Uhr, in der Floristikboutique „Naturprodukte Erden“, Taunusstr. 27, in Ober-Schmitten statt. Termin und Ort sind dabei bewusst gewählt: Margaretha Pistorius wurde in Ober-Schmitten geboren und verstarb tragischerweise an einem 24. Mai.
Mit der nach ihr benannten Rose wird ihr Andenken nun auf besondere Weise bewahrt. Zudem kündigte Frau Dr. Friedersdorf an, die Rosen künftig auch im Hochzeitsgärtlein des Niddaer Schlosses zu pflanzen, in dem seit 2024 standesamtliche und freie Trauungen stattfinden. Damit soll an Margaretha Pistorius erinnert und zugleich der Hochzeitsstadt Nidda eine außergewöhnliche romantische Aufwertung verliehen werden.
Zur Person: Margaretha Pistorius
Margaretha Pistorius war weit mehr als nur die Ehefrau des Niddaer Reformators Johannes Pistorius – sie war eine starke, engagierte Frau, die Familie, Gemeinde und soziale Verantwortung mit außergewöhnlicher Tatkraft verband.
Am 14. April 1535 heiratete Johannes Pistorius Margaretha Schreiber, die Tochter des Niddaer Ratsschreibers Konrad Schreiber. Gemeinsam bekamen sie acht Kinder – fünf Söhne und drei Töchter.
Während Johannes Pistorius als Superintendent ein großes Gebiet betreute und häufig auf Reisen war, hielt Margaretha den Alltag der Familie zusammen. Sie führte den Haushalt eigenständig, bewirtschaftete den Garten, kochte, nähte und kümmerte sich um die Kinder. Gleichzeitig hatte sie stets die Menschen in ihrer Umgebung im Blick: In einer Zeit ohne soziale Absicherung unterstützte sie verarmte Witwen in Nidda und half Waisenkindern der Gemeinde.
Besonders schwer traf die Familie der Verlust von sieben ihrer acht Kinder. Während einer schweren Pestepidemie im Jahr 1555 starben innerhalb von nur 19 Tagen fünf Kinder. Allein der damals neunjährige Sohn Johannes überlebte.
Am 24. Mai 1560 kam Margaretha Pistorius bei einem tragischen Unfall nahe Ober-Schmitten ums Leben. Sie war mit einem gemieteten Pferdefuhrwerk unterwegs, um Lehm für eine geplante Baumaßnahme zu holen, als eine Lehmwand einstürzte. Überliefert ist, dass sie in den letzten Momenten noch ihre Helfer warnte, während sie selbst vergeblich Schutz suchte.
Der Verlust traf Johannes Pistorius und die gesamte Gemeinde tief. Zeitzeugen berichten von großer Trauer über den Tod seiner geliebten Gefährtin. Johannes Pistorius blieb bis zu seinem Lebensende Witwer.
Margaretha Pistorius prägte das Leben ihrer Zeit mit Mut, Fürsorge und großem persönlichen Einsatz. Sie teilte nicht nur die Werte ihres Mannes, sondern erfüllte sie durch ihr eigenes Handeln mit Leben. Die Pistorius-Arbeitsgruppe erinnert heute mit einer eigens gezüchteten Rose an diese außergewöhnliche Frau.
