Zeitstrahl
Niddas Geschichte - Zeitstrahl
Amtszeit des Abtes Ratgar zu Fulda – Nidda wird zwischen 802-817 im Wetterauer Cartular Nr. 176 erstmals urkundlich erwähnt. Stadtjubiläum 2017
In der ersten Zeile, linke Spalte findet man den Namen nyttaha.
Bild: Ersterwähnung Niddas
Nidda im Mittelalter
1104 - 1492
Regierungszeit der Grafen von Nidda – Vertreter dieser Familie waren seit 1097 als fuldische Vögte eingesetzt. Die Wasserburg der Grafen (Vorgängerin des heutigen Schlosses) dient den Staufern als Straßensicherungsburg
1187
Schenkungsurkunde des Grafen Bertold II. von Nidda an die
Johanniter, in der Nidda als Siedlung erwähnt wird. Die Johanniter unterhielten in Nidda die achtälteste Johanniterkomturei Deutschlands und die älteste Hessens am heutigen Beundehang
1205/06 - 1450
Regierungszeit der Grafen von Ziegenhain und Nidda
Quellenstudien zu den Grafen von Ziegenhain:
www.lagis-hessen.de
dann auswählen "Regesten der Grafen von Ziegenhain"
1234
wird Nidda erstmals in einer Urkunde als Stadt erwähnt
(in opido nostro Nitehe)
1311
Ältestes erhaltenes Stadtprivileg Niddas. Johann I. von Ziegenhain, bestätigt alle Rechte und Freiheiten von alters her
1450
Tod Graf Johann II. von Ziegenhain und Nidda - die Grafschaften Nidda und Ziegenhain fallen an die Landgrafschaft Hessen
1491/92
Der Johanniterturm wird an das damals noch vorhandene
romanische Kirchenschiff aus dem 11.Jh der Johanniterkirche
angebaut
Bild: Graf Hohenlohe von Ziegenhain
Nidda während der Reformation
1526
Dr. Johannes Pistorius der Ältere, ehemaliger Johanniterbruder, Weggefährte und Freund Philipp Melanchthons. Er führt im Auftrag des Landesherren Philipp des Großmütigen in Nidda die Reformation ein, wird erster evangelischer Pfarrer und später Superintendent der Diözese Alsfeld.
1530
Dr. Johannes Pistorius der Ältere ist in Augsburg Mitverfasser der "Confessio Augustana", des ersten evangelischen Glaubensbekenntnisses.
1585
Vekauf von Ordenshaus und Komturei der Johanniter an Landgraf Ludwig IV von Hessen-Marburg -
in der zugehörigen Lateinschule waren Erasmus Alberus und Johannes Pistorius der Jüngere Niddanus Schüler. Pistorius d.J. war eine der geistigen Größen seiner Zeit
Bild: Johannes Pistorius der Ältere auf einer Bronzemedaille von Friedrich Hagenauer aus dem Jahr 1543
Nidda im 17. Jahrhundert
1604
Nidda kommt an Hessen-Darmstadt. Die Wasserburg wird in dieser Zeit in ein Renaissance-Schloss umgebaut.
1615
Baudatum der Saalkirche "Zum heiligen Geist" eine der ältesten protestantischen Saalkirchen Hessens.
1622
Im dreißigjährigen Krieg richten durchziehende Truppen des "Tollen Christian" von Braunschweig große Schäden an.
1633
"Niddaer Sauhatz" - eine Bildreportage über eine landgräfliche Jagd im Harbwald, gezeichnet von Valentin Wagner.
Bild: Schloss Nidda
1756 - 1763
Durchmärsche der Franzosen im Siebenjährigen Krieg stellen für die Niddaer Bevölkerung eine große Belastung dar.
Die Krugsche Stiftung wurde 1763 durch Testament von Karl Wilhelm Krug zu Nidda gegründet und soll „armen Leuten in Nidda“ Hilfen gewähren.
Die Stiftung existiert auch heute noch.
Nidda im Großherzogtum Darmstadt
1806
Gründung des Großherzogtums Hessen - Nidda wird 1821 Sitz eines Kreisamtes.
1848 - 1852
Nidda ist durch eine Verwaltungsreform in Folge der Revolution kurzzeitig Sitz eines Regierungsbezirks (Landgerichtsbezirke Nidda, Büdingen, Ortenberg, Schotten und Ulrichstein). Sitz der Verwaltung ist das Niddaer Schloss.
Nidda im 19. Jahrhundert
1870
Bau der Eisenbahnlinie Gießen-Gelnhausen - Nidda erhält einen Bahnhof
1874
Der seit 1852 erneut bestehende Kreis Nidda wird aufgelöst und, sehr zum Bedauern der Bevölkerung, dem Kreis Büdingen angegliedert.
1880
Das Gymnasium Nidda wird als Höhere Bürgerschule gegründet.
1888 - 1897
Bau der Eisenbahnlinien Nidda-Schotten (stillgelegt 1959) und Nidda-Friedberg.
Bild: Bahnhof Nidda
Als erste katholische Kirche seit der Reformation wird in der Ludwigstraße die Liebfrauenkirche errichtet. Der heutige Kirchenbau stammt von 1954.
Bild: Neue katholische Kirche 1902
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 wurden auch Männer aus Nidda und den umgebenden Dörfern in die Armee des Kaiserreichs eingezogen. Dominierte zu Beginn noch die Sorge um die rechtzeitige Einbringung der Ernte, da jetzt viele Landwirte an der Front waren, wurde nach den ersten Verlustmeldungen die Sorge um Väter, Brüder und Söhne immer größer. Wie uns Berichte aus dieser Zeit erzählen, legte sich nach jeder Gefallenenmeldungen tiefe Trauer über die Dorfgemeinschaften. Und die, die nach dem Ende des Krieges in die Heimat zurückkehrten, hatten oft körperliche und geistige Wunden erlitten.
Nidda zwischen 1930 und 1945
Zu Beginn der 1930er-Jahre erfasste jene Bewegung Nidda, die Deutschland und Europa in die nächste Katastrophe führen sollte: der Nationalsozialismus. Nachdem 1931 der NSDAP-Ortsverband Nidda gegründet wurde, übernahm zwei Jahre nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten Ernst Philippi¸ NS-Ortsgruppenleiter, das Amt des Niddaer Bürgermeisters. Wer von der seit Jahrhunderten in Nidda ansässigen jüdischen Gemeinde konnte, verließ seine Heimat und brachte sich in den USA oder Palästina in Sicherheit. Von den zu Beginn der 1930er-Jahren 58 Niddaer Jüdinnen und Juden wurden 37 in Theresienstadt, Auschwitz und im Ghetto Minsk ermordet. Den Besitz der ausgewanderten oder ermordeten Juden eignete sich die nicht-jüdische Bevölkerung Niddas ein. Und noch vor Beginn des Völkermordes wurde der Niddaer Jude Emanuel Eckstein am 19. Oktober 1939 von einem Mob zu Tode gehetzt, als er zu einem letzten Besuch in seiner Heimatstadt war.
Der von Deutschland entfachte Zweite Weltkrieg wurde für die Niddaer Bürger in Gestalt des Harber Flugplatzes und später mehrerer Kriegsgefangenenlager spürbar. Am Bau des Flugplatzes wurden sowjetische Kriegsgefangene eingesetzt, die womöglich auch in Unter-Schmitten Zwangsarbeit leisten mussten. Ab Herbst 1944 war auf dem Flugplatz Harb die II. Gruppe des Jagdgeschwader 2 „Richthofen“ stationiert. Alliierte Bomber flogen zweimal Angriffe auf den Flugplatz, wobei im Frühjahr 1945 auch Bad Salzhausen getroffen wurde.
Nach dem Überschreiten des Rheins bei Remagen näherten sich Ende März 1945 US-amerikanische Truppen Nidda, die von einer deutschen Infanteriekolonne in ein Feuergefecht verwickelt wurden. Die NS-Funktionäre und Bürgermeister Philippi hatten zu diesem Zeitpunkt bereits die Flucht ergriffen. Das Amt des kommissarischen Bürgermeisters übernahm der damalige Amtsrichter Hugo Schöllhammer.
1970 - 1972
Die Großgemeinde Nidda wird gegründet. Sie umfasst seither die Kernstadt und 17 Stadtteile und hat eine Fläche von mehr als 11.800 Hektar.
Zusammenschluss der Landkreise Büdingen und Friedberg - Nidda gehört nun zum Wetteraukreis mit der Kreisstadt Friedberg.
Bild: Urkunde über den Zusammenschluss aus dem Jahr 1970
Städtepartnerschaften mit den Städten:
- Crest (Frankreich) seit 1980
- Weißenstein (Österreich) seit 1991
- Bad Kösen (Sachsen-Anhalt) seit 1991
- Cromer (England) seit 1998
Außerdem bezieht die Stadtverwaltung das neu erbaute Rathaus am heutigen Wilhelm-Eckhadt-Platz. Im ehemaligen Stadtwirtshaus "Zum Stern", das bisher als Teil des alten Rathauses genutzt worden ist, wird daraufhin das Niddaer Heimatmuseum gegründet.
Stadtjubiläum - Nidda feiert 1200 Jahre Ersterwähnung
Nidda ist eine lebendige Stadt am Rande der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main, hat knapp 18.000 Einwohnern, gute
Entwicklungsmöglichkeiten und einen hohen Freizeitwert. Nidda ist attraktiv als Einkaufsstadt und als Wohnstandort in einer landschaftlich reizvollen Umgebung.
Bild: Marktplatz Nidda
