Rathaus-Front-Herbst-2022

Die Mistel - eine unterschätzte Gefahr für unsere Streuobstwiesen

Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten so stark ausgebreitet, dass mancherorts die Baumbestände gefährdet sind. Als Halbschmarotzer schwächt die Mistel ihre Wirtsbäume, weil sie sich mit deren Wasser und Mineralstoffen versorgt. Verschiedene Vögel naschen gerne an den weißen Beeren und verteilen die klebrigen Reste ihrer Mahlzeit dann auf dem nächsten Baum, auf dem sie sich niederlassen. Viele Früchte sorgen für eine schnelle Verbreitung und je mehr Misteln an einem Baum wachsen, umso schwächer wird er oder stirbt im schlimmsten Fall ab. Insbesondere die auf unseren Streuobstwiesen überwiegenden Apfelbäume leiden unter dem Mistelbefall.

Leider hält sich hartnäckig das Gerücht, dass diese Pflanze streng geschützt sei. Dies entbehrt aber jeder Grundlage und ist entstanden, weil man für eine gewerbliche Entnahme aus der Natur eine Genehmigung benötigt. Für den Eigenbedarf darf die Mistel jederzeit „der Natur entnommen“ werden. Und selbstverständlich darf auch zur Pflege der Bäume jeglicher Mistelbefall entfernt werden. Allerdings reicht das Entfernen der sichtbaren Pflanzenteile meist nicht aus - die Mistel treibt ihre Wurzel mit zunehmendem Alter bis zu einem halben Meter tief in den Ast.

Inzwischen sind auch viele Straßenbäume von Misteln befallen und sorgen für die immer stärkere Verbreitung des Halbschmarotzers. Neben Apfelbäumen sind auch andere Laubbäume wie Pappeln, Weiden oder Linden betroffen.

Die Streuobst-Akteursgruppe der Stadt Nidda möchte auf diese Gefährdung unserer Streuobstbestände aufmerksam machen. Wer hierzu Informationen oder Beratung sucht, wird im Streuobst-Konzept auf der Homepage der Stadt Nidda fündig (www.nidda.de/streuobst). Gerne vermittelt die Wirtschaftsförderung auch den Kontakt zu den Experten unserer Streuobst-Akteursgruppe, die über einen umfassenden Erfahrungsschatz in Sachen Mistelbekämpfung verfügen und ihn gerne teilen.

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