Foto Rathaus Eingang

Bachschau sorgt für Unmut

Regelmäßig werden die Fließgewässer im Gemeindegebiet durch die Untere Wasserbehörde unter Beteiligung der Stadt Nidda und dem Wasserverband Nidda begangen. In diesem Frühjahr fanden bereits Gewässerbegehungen an der Nidda und am Hohensteiner Bach statt. Leider war dabei so einiges zu beanstanden. Darunter einige illegale Grünschnitt-Abladeplätze direkt am jeweiligen Gewässer, Bauschutt-Ablagerungen und ähnliches bis hin zu im Überschwemmungsbereich zurückgelassenem Kinderspielzeug.

Die in diesem Zusammenhang von der Stadtverwaltung versandten Schreiben an die augenscheinlichen Verursacher stießen jedoch weitgehend auf Unverständnis, obwohl die Aufforderung zur Beseitigung der Ablagerungen stets mit einem Hinweis auf die sich daraus ergebenden Gefahren verbunden war.  

Welche Gefahr mag wohl von einem zurückgebliebenen Spielzeug oder etwas Rasenschnitt ausgehen, fragen sich sicher auch die Leser/innen. Grund für die erhöhte Sensibilität der Behörden im Umgang mit derartigen Ablagerungen ist die seit Jahren zunehmende Starkregengefahr. Bürgermeister Thorsten Eberhard ist es daher ein Anliegen, auch die Bevölkerung für diese Gefahren zu sensibilisieren:

„Zu bedenken ist dabei, dass weggeschwemmte Brennholzvorräte oder Kinderspielzeug aus dem Garten bei Hochwasser zu erheblichen Problemen führen können. An Brücken und Stegen sammelt sich solches Treibgut und behindert den Wasserablauf, weggeschwemmter Rasenschnitt oder ähnliche Ablagerungen können die Lücken zwischen dem Treibgut schließen. Dadurch entsteht ein Wasserrückstau in der Ortslage und verursacht so einfach zu vermeidende Schäden.“

„Die weitverbreitete Gewohnheit, das Ufer eines angrenzenden Gewässers als Lagerfläche zu nutzen, um das eigene Grundstück frei zu halten, ist kein Kavaliersdelikt. Das Grünschnitt etwas völlig Natürliches ist, mag sein, aber die Natur macht keine Haufen! Und gerade diese Anhäufungen von dicht gepackten Grünabfällen lösen sich nicht im Wasser auf und wirken daher im Starkregen- und Hochwasserfall äußert negativ.“ ergänzt die Klimaschutzbeauftragte Birgit Herbst.  

Grünschnittablagerung
Grünschnittablagerungen auf der Uferböschung

Die Stadt Nidda bemüht sich sehr um Verbesserungen beim Hochwasserschutz und im Umgang mit den Starkregen-Gefahren. Sie hat als eine der ersten Gemeinden Hessens entsprechende Fließpfadkarten beantragt, die seit einigen Monaten auf der Homepage abrufbar sind. Erst vor kurzem ging der Förderbescheid für die Erstellung von Starkregengefahrenkarten im Rathaus

ein. Kurzfristig wird die Stadt Nidda einen entsprechenden Auftrag vergeben. Bis jedoch die Ergebnisse vorliegen, die geeigneten Maßnahmen identifiziert und auch umgesetzt sind, wird noch viel Wasser die Nidda hinunterfließen und so mancher Starkregen in Nidda fallen.

Insbesondere den Anlieger an den Gewässern sollte daher ein ungestörter Wasserabfluss wichtig sein. Vermeiden Sie Ablagerungen auf der Gewässerparzelle und insbesondere im Überschwemmungsbereich der Gewässer. Zudem sollten auf dem Ufernahen Streifen keine ab- oder aufschwemmbare Materialen ungesichert gelagert werden. Der gesetzlich geschützte Uferrandstreifen erstreckt sich außerhalb der bebauten Ortslage auf einer Breite von 10 Metern ab Oberkante der Uferböschung entlang des Gewässers, innerorts sind es 5 Meter.

Brennholz
Typische Lagerung von Brennholz in der Gewässerparzelle