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IGPO

Signalwirkung für den Interkommunalen Gewerbepark Oberhessen

Und das ist tatsächlich kein Zufall, sondern sehr bewusst gewählt, wie Michael Weber, Geschäftsführer der Firma Betz-Technik sagt. Der Gebäudetechnik-Spezialist mit Stammwerk in Schotten-Eschenrod wird auf dem Areal eine neues Kunden- und Kommunikationscenter bauen. „Wir wollen noch in diesem Jahr den Bauantrag stellen“, sagt Weber. Nächstes Jahr soll gebaut werden, um pünktlich zum 50. Jubiläum des Unternehmens im Juli 2023 Eröffnung zu feiern.

An diesem Morgen trifft sich Michael Weber mit Niddas Bürgermeister Hans-Peter Seum, um auch ein wenig die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. „Wir haben uns intensiv mit der Ansiedlung beschäftigt“, erinnert sich Seum. Und auch Weber erzählt vom regen Austausch und vielen Gesprächen, die es mit dem Bürgermeister und anderen gegeben habe, um nun das positive Ergebnis präsentieren zu können.

Grundsätzlich bleibe die Firma selbstredend am Standort Eschenrod. „Dort haben wir einen guten Kundenstamm, unsere Auszubildenden kommen von dort“, sagt Weber. Gleichwohl macht er deutlich, dass er den Begriff Region nicht an einen Ort gebunden sehe, sondern weiter fasse. „Die Region ist nicht Schotten, nicht Nidda, nicht Ortenberg, die Region ist Oberhessen“, sagt er. So versteht er auch die Ansiedlung in direkter Nachbarschaft zum neuen IGPO, der als „Gewerbepark der Zukunft – grün statt grau“ firmiert, als folgerichtig. „Für uns war der Standort in der unmittelbaren Nähe zum geplanten Gewerbepark entscheidend“, stellt Weber heraus. Das Thema Nachhaltigkeit auf allen Ebenen werde immer wichtiger. Der Austausch mit ähnlich denkenden Unternehmen und Unternehmern sieht Weber mithin als großen Standortvorteil an.

„Hier passt die Firma Betz gut rein“, findet auch Bernd-Uwe Domes, der zusammen mit Klaus Karger die Wirtschaftsförderung Wetterau (wfg) bei dem Termin vertritt. Die Firma Betz stehe genau für jene Unternehmen, die man sich auch für das Gelände des IGPO vorstellt: innovativ, nachhaltig orientiert, ein Mittelständler mit einer guten Ausbildungsquote, der qualifizierte Arbeitsplätze bietet. Die Ansiedlung sei ein Glücksfall für den Standort, findet Karger, der präzisiert: „Das hat sicher Signalwirkung für den Gewerbepark.“ Nicht zuletzt habe der Standort in Harb „mit Blickrichtung zur Metropole Frankfurt, nah an Gießen und trotzdem mitten in der Region“, per se für Unternehmen viele Vorteile, so Niddas Bürgermeister.

Die Firma Betz bietet sämtliche Leistungen rund um das Thema Gebäudetechnik an - von der Planung, über die Wartung bis hin zur Reparatur und Sanierung. Das beinhaltet unter anderem nicht nur sämtliche Finessen für ein Smarthome, sie sind auch Ansprechpartner, wenn es etwa um Photovoltaik oder Solarthermie geht, sie sanieren alte Bäder oder übernehmen sämtliche Elektroinstallationen. Auch die Kundschaft ist breit gefächert. Sie reicht von weltweit tätigen Konzernen wie Continental oder Dunlop, die beide seit vielen Jahren von Betz betreut werden, bis zur Kundschaft vor Ort. Dazu gehören Schulen oder Kindergärten ebenso wie Privatkunden, bei denen die Heizung oder die Waschmaschine repariert wird. „Auch das machen wir noch, weil wir die Region nicht vergessen wollen“, so Weber. Und auch, weil ein guter Name bei der Nachwuchs-Suche für das Unternehmen von Vorteil sei.

Insgesamt 160 Mitarbeiter beschäftigt die Firma Betz dieser Tage. Davon sollen 30 bis 35 Kollegen zukünftig am neuen Standort arbeiten. Außerdem könne er sich vorstellen, fünf bis sechs neue Leute einzustellen, sagt Weber. Der klassische Kundendienst verbleibe unter anderem in Schotten, soll aber zukünftig Regional in Nidda und Umgebung ausgebaut werden. Am neuen Standort soll sich alles um die Kommunikation und Betreuung der Kunden drehen - von der ersten Kontaktaufnahme bis hin zum finalen Projekt.

Auf dem 5200 Quadratmeter großen Gelände soll ein zweigeschossiges, modernes Bürogebäude in Massivbauweise sowie ein modernes, halbautomatisiertes Lager entstehen. Neben einer großzügigen Lobby werde es eine sogenannte Kommunikationszone geben, wo Kundengespräche stattfinden, in der sich aber auch Mitarbeiter untereinander austauschen können. Daneben gibt es mehre große Büros, mit der Möglichkeit, sich nach Bedarf für Gespräche zurückzuziehen. Daran angeschlossen soll das Lagergebäude aus Aluminiumleichtbauteilen entstehen. Darauf soll eine komplette PV-Anlage mit angeschlossenem Stromspeicher installiert werden. „Damit erzeugen wir die Energie, die wir verbrauchen, selbst“, so Weber.

Das Thema Ausbildung wird auch weiter groß geschrieben bei der Firma Betz. Nicht nur, weil das Unternehmen selbst ausbildet, Weber hat in seiner Funktion als Vorsitzender des Fachbereichs Elektrotechnik (beim Fachverband Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz) auch an dem Konzept eines neuen Ausbildungsberufs im Handwerk mitgewirkt: Ab dem nächsten Jahr wird der Gebäudesystemintegrator (GSI), neben der klassischen Ausbildung zum Elektroniker/in für Gebäude- und Automatisierungstechnik sowie zum Anlagenmechaniker/in für den Bereich Heizungs-, Sanitär- und Lüftungstechnik, im Betrieb ausgebildet.

Auch die Unternehmensnachfolge in der Firma Betz ist geregelt. Neben den beiden Geschäftsführern Michael Weber und Tim Kaiser wird Webers Sohn nach abgeschlossenem Studium zum Wirtschaftsingenieur ab Januar 2022 in die Firma einsteigen.